Mit einer kleinen Metall-Scheibe drängt der Autozulieferer Teckentrup in neue Märkte
Rasch raus
aus dem Tal
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| Seilbahn auf dem Weg zum Gipfel des Weisshorn |
Christina Schwanz zeigt stolz eine kleine gerillte Metallscheibe: Da
hab ich auch dran mitgewirkt.
Das Teil mit dem Loch ist patentiert und nennt sich Neue
Sperrkantscheibe. Sie soll die Schrauben an Schienenfahrzeugen sichern.
Die junge Konstrukteurin gehört zum Entwicklungsteam der Herscheider Firma Teckentrup, einem Familienbetrieb, der vor allem Teile
für Bremsen, Airbags, die Antriebs-, Motoren- und Steuerungstechnik herstellt.
Kunden sind in erster Linie Fahrzeugbauer. Und da die jetzt in der Krise
stecken, muss sich Teckentrup nach neuen Auftraggebern umschauen.
Super-Scheibe bringt
mehr Sicherheit
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| Bei solchen Verkehrsmitteln sind die Sicherheitsstandards extrem hoch – eine Chance für Teckentrup. Fotos: Wirtz (6), Vario Images |
Deshalb ist die Scheibe so wichtig. Thomas Volborth, Teilhaber und Geschäftsführer des Unternehmens, hält große Stücke auf sie. In Versuchen habe sie die neuen strengen Sicherheitsanforderungen der Deutschen Bahn erfüllt,
erzählt der Ingenieur: Selbst bei öligem Untergrund und nur halb angezogenen Schrauben ließ sie nicht zu, dass sich diese an den Rädern lockerten.
Teckentrup will mit der Erfindung neue Kunden gewinnen. So soll die Spezialscheibe an Zügen,
Seilbahnen, Landmaschinen und in Kraftwerken zum Einsatz kommen. Und
die Krise gibt dem Mittelständler nun etwas Muße, sich der Markteinführung zu widmen: ein Glück im Unglück.
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| War an der patenten Neuentwicklung beteiligt:
Konstrukteurin Christina Schwanz. |
Volborth macht nicht nur deshalb einen gelassenen Eindruck: Bis zum
Herbst 2008 gab es ein Wachstum um mehr als 20 Prozent und Überstunden
ohne Ende: Da sei auch ein Auftragsrückgang von 20 Prozent zum Jahresende
zu verkraften. Seine Strategie: Kein Kunde darf mehr als 10 Prozent des
Umsatzes ausmachen. So kann niemand den Betrieb mit in den Untergang
reißen.
Um durch den Abschwung zu kommen, gilt jetzt die Devise: Abläufe weiter verbessern, Material sparen. Entlassungen sind aber nicht geplant.
Mit neuen Produkten
gut aufgestellt
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Qualitätsprüfung: Christoph Ledwin und
Stefanie Eweler
kontrollieren ein Werkzeugteil. |
Für Teckentrup ist diese Autokrise nicht die erste: Mitte der
90er-Jahre stellte das Unternehmen noch einfache Unterlegscheiben
her, doch dann wurde der Markt eng. Da vollzog die Firma eine scharfe
Wende hin zu Präzisionselementen. Heute sind unsere Bauteile überall
dort, wo sich etwas dreht, so Volborth. Etwa zwischen Motor und Getriebe. Und eben auch an Rädern.
Für diese Umstellung schaffte die Firma neue Maschinen an, schulte Mitarbeiter um, schuf neue Jobs. Mit Erfolg: Der Umsatz hat sich im Vergleich zu 1996 fast verdreifacht. Allein in den letzten beiden Jahren wurden insgesamt 9 Millionen Euro investiert, 15 Fachkräfte kamen 2008 hinzu.
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| Zukunfts-Investition: Henry Baran beim Werk zeugwechsel
an einer neuen 800-Tonnen-Presse. |
Wer heute ein Auto kauft, will meist ein sparsames. Volborth freut es:
Unsere Kipphebel beispielsweise stecken in den modernsten Motoren von
VW und
Audi. Auf mittlere Sicht will er sich auch etwas zum Thema Elektro-Auto
einfallen lassen; es wird viele seiner jetzigen Teile überflüssig
machen.
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| Geschäftsführer Thomas Volborth: Er
sieht die Krise auch als Chance. |
So schaut man eher optimisßtisch in die Zukunft. Im Vergleich
zu anderen geht es uns doch noch recht gut, und wir haben viele neue
Produkte, so der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Michael
Pliquett. Für ihn steht fest: In diesem Jahr geht es wieder aufwärts. Matilda Jordanova-Duda
Info: Teckentrup GmbH + Co. KG
Die Herscheider Firma Teckentrup produziert Präzisions-teile für die Auto-Industrie, den Maschinenbau und die Elektro-Branche. Sie ist Zulieferer unter anderem für Audi, Daimler, VW, Hilti, Festo und Philips. 80 Prozent der Produktion sind für den Auto-Markt bestimmt. 2008 hat Teckentrup nach vorläufigen Berechnungen 32 Millionen Euro umgesetzt. Die Firma hat 160 Mitarbeiter. |