Maschinen-Hersteller Schnutz hat zur rechten Zeit die richtigen Produkte
Hier geht’s rund
auch 2009
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| Stahlbänder: Gerichtet werden viele mit Technik aus Siegen. |
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| Präzisionsarbeiter: Frank Samary
montiert den Lagerblock einer Stützwalze. Fotos: Eifrig, Wirtz(3) |
Man darf Regina Petri-Krause ruhig beneiden: Die Inhaberin der Maschinenfabrik Schnutz hat ein ordentliches Auftragspolster. Während andere Betriebe jetzt Kurzarbeit fahren, kehren hier gar rüstige Rentner stundenweise an ihre alten Arbeitsplätze zurück.
Berufserfahrung wird bei dem Siegener Betrieb hoch geschätzt – auch in schwierigen Zeiten. „Wir wissen zwar noch nicht, wie stark uns diese Krise treffen wird“, sagt die Unternehmerin. „Wir werden aber alles tun, um unsere Fachkräfte zu halten.“
Das Familienunternehmen entwickelt und produziert mit gerade mal 55 Leuten ein breites Spektrum an Richtmaschinen für Kunden in aller Welt.
Die Anlagen begradigen Blechtafeln sowie Metallbänder, die von tonnenschweren Rollen – Fachleute sprechen da von Coils – abgewickelt werden. Um Krümmungen, Spannungen und Randwellen herauszunehmen, werden die Bleche und Bänder zwischen zwei Reihen von Walzen durchgezogen. Dabei sind bis zu
23 Richtwalzen im Einsatz.
Siegener profitieren
vom Umweltschutz
Egal ob Aluminium, Kupfer, Stahl oder Titan, ob dünnstes Lithografie-Band oder solides Rohrblech: Schnutz hat für all das die passende Anlage. Mit Hilfe der Siegener Technik entstehen Fahrzeugkarosserien, Haushaltsgeräte, Möbel, Lampen, Bauelemente für Fassadenverkleidungen.
Aber woher die Zuversicht, wenn die Hersteller dieser Produkte mehr oder minder von der Krise betroffen sind?
Laut Schnutz-Geschäftsführer, Lutz-Stefan Henrich, bewegen zwei Trends die Kunden dazu, sich neue Richtmaschinen anzuschaffen. Der erste: Es werden immer dünnere, aber festere Bleche verarbeitet. Zum Beispiel für Autos, die dadurch leichter werden, was hilft, den Verbrauch und damit den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids zu senken.
Der zweite Trend sind die gewachsenen Anforderungen an die Planheit durch neue Verarbeitungsmethoden wie das Laserschweißen. Und bei den Lochblechen schließlich lassen sich die Designer immer kompliziertere Muster einfallen: Da macht sich die kleinste Unebenheit bemerkbar.
Ende 2008 hat Schnutz Europas größte Richtmaschine an ein belgisches Aluminium-Service-Center geliefert. „Das war für uns schon etwas Besonderes“, ist Frank Samary stolz. Der Monteur hat die beiden Wechselkassetten mit Richtwalzen, das Herzstück des Riesen, mitgebaut. Samary half auch, die Maschine in Genk aufzustellen. „Bald werde ich sie laufen sehen“, sagt er fast liebevoll.
Immer ein bisschen
besser werden
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| Inhaberin Regina Petri-Krause: Die beiden Zinnfiguren symbolisieren die Tradition der 1846 als Schmiede gegründeten Firma. |
Fast jede Woche müssen die Monteure raus zu den Kunden – mal nach Spanien, mal nach China oder Südafrika. „Man kommt viel herum“, sagt Samary. Das sei spannend, bringe mehr Geld, und das Englisch werde immer besser. Auch wenn ihm für einen Sprachkurs bisher keine Zeit blieb: Die Weiterbildung in Hydrauliktechnik ging nun mal vor.
Jeder der Schnutz-Mitarbeiter muss bereit sein, zu den Auftraggebern zu fahren – oder auch mal eine Sonderschicht einzulegen, wenn ein Kunde ein kaputtes Teil am Wochenende vorbeibringt. Ein kleiner Betrieb braucht nun mal flexible Mitarbeiter, um auf dem Weltmarkt zu bestehen.
Und Konstrukteure wie Volker Klein, die sich ständig fragen, „was wir besser machen könnten“. So hatten er und seine Kollegen erkannt, dass mehrere kleine Motoren statt eines leistungsstarken das Drehmoment gleichmäßiger auf die Rollen verteilen. Das spart Energie und schont die Oberflächen der Walzen und Bänder. Seit drei Jahren baut Schnutz seine Richtmaschinen mit einem Mehrmotoren-Antrieb.
Matilda Jordanova-Duda
Info: Fr. W. Schnutz GmbH&Co.KG
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| Licht und Schatten: Geschäftsführer Lutz-Stefan Henrich sieht vor allem die Chancen, die sich dem Unternehmen jetzt bieten. |
Das Familienunternehmen Schnutz in Siegen gehört zu den führenden Produzenten von Hochleistungs-, Lochblech-, Warmband-, Streifen- und anderen Richtmaschinen. Kunden der Maschinenfabrik sind Autozulieferer, Stahl- und Alu-Service-Center, Lochblechhersteller, Walz- und Röhrenwerke sowie die Druckindustrie.
Die Firma hat
55 Mitarbeiter und setzte 2008 rund
8 Millionen Euro um. Der Exportanteil beträgt im Schnitt
70 Prozent. |