Macht bald jede dritte Werkstatt dicht?
Abwrackprämie:
Schrauber als Verlierer
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| Nix zu tun: Weil immer mehr Alt-Autos verschrottet
statt repariert werden, droht bei den freien Werkstätten ein
massiver Jobverlust.
Foto: dpa |
Des einen Freud, des anderen Leid: Während euphorische Neuwagenkäufer
wegen der Abwrackprämie den Autohändlern derzeit die Bude einrennen,
herrscht andernorts Katerstimmung – bei den Werkstätten. Weil
alte Autos derzeit fröhlich verschrottet und eben nicht mehr repariert
werden, brechen den Schraubern die Aufträge weg.
Alte Autos sind Mangelware
„Gerade die kleineren Werkstätten sind die Verlierer der
Abwrackprämie“, berichtet Manfred Kaufhold, Präsident
des für sie zuständigen „Bundesverbands Kfz-Mehrmarkenwerkstätten
Deutschland“.
Um bis zu 20 Prozent sei der Umsatz bei den freien, also nicht markengebundenen
Werkstätten seit Einführung der Abwrackprämie zurückgegangen. „Durch
die Verschrottung der älteren Fahrzeuge ist den Werkstätten
damit eine zentrale Einkommensquelle weggebrochen“, so Kaufhold. „Die
zwei Millionen Autos, die jetzt insgesamt wohl in die Schrottpresse wandern,
fehlen uns an allen Ecken.“
Unter den Auswirkungen wird die Branche lange leiden müssen. Kaufhold: „Neuwagen,
die jetzt verkauft werden, sehen für drei bis fünf Jahre keine
freie Werkstatt von innen.“ Stattdessen steuern die Käufer
ihre neuen Karossen in die Vertragswerkstätten der Hersteller – was
logisch ist, denn dort wird ja vielfach auf Kulanzregelung repariert.
Nach Angaben Kaufholds könnte diese Entwicklung das Aus für
jede dritte der rund 19.000 freien Werkstätten in Deutschland bedeuten.
Werbekampagne gegen Flaute
Mit drastischen Folgen für die Jobs der Schrauber. Der-zeit arbeiten
dort noch 150.000 Mechaniker. „Doch wir befürchten in den
nächsten Jahren den Verlust von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen
allein in den Werkstätten.“
Auch im Ersatzteil-Handel und bei den Teile-Herstellern seien Arbeitsplätze
als Folge der Abwrackprämie bedroht, so Kaufhold. Mit einer Werbekampagne
will der Branchenverband die Neuwagenbesitzer deshalb zurück in
die kleinen Service-Betriebe locken.
Die Hoffnung auf Besserung beruht dabei vor allem auf der Rückkehr
der alten Stammkundschaft. Kaufhold: „Schließlich haben
gerade die ihrer Werkstatt jahrelang vertraut, zudem das
günstige Preisniveau zu schätzen gewusst.“
Ulrich Halasz |