Für die Zeit nach
der Krise fit machen!
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Jörg Dienenthal zu den Herausforderungen
und Chancen der Wirtschaft
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Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind hart, stellen Unternehmen und ihre Mitarbeiter vor enorme Herausforderungen. Kunden stornieren Aufträge, halten sich mit Bestellungen zurück. Und das weltweit. So hat der Exportmotor, der über viele Jahre
hinweg unsere Wirtschaft auf Touren gehalten hat, seit Monaten deutlich an Schwung verloren.
Es gibt nichts zu beschönigen: Unsere gesamte Volkswirtschaft
hat eine Vollbremsung hingelegt. Natürlich musste man nach den zurückliegenden
Boomjahren mit einem Abschwung rechnen. Dass er aber so heftig ausfallen
würde und das rund um den Globus, das war nicht zu erwarten.
Aber immerhin: Auch wenn heute noch niemand mit Bestimmtheit sagen kann, wann die Konjunktur wieder in Schwung kommt, scheint doch so manches darauf hinzudeuten, dass zumindest die Talsohle inzwischen erreicht ist.
In vielen Unternehmen reagierten die Verantwortlichen mit den notwendigen Maßnahmen auf die Krise: Sie haben alle Kosten auf den Prüfstand gestellt, Investitionen gestreckt oder erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben. Dennoch wäre es mittelfristig ein strategischer Fehler, das Tagesgeschäft dauerhaft auf das unbedingt Notwendige zurückzufahren.
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| Produktion bei Dango & Dienenthal: Betriebe
sind für die Krise gut gerüstet. Foto: Wirtz |
Gerade in den mittelständischen Unternehmen wurden die betriebswirtschaftlichen
Rahmenbedingungen in den letzten Jahren deutlich verbessert. Viele Betriebe
haben zudem die guten Zeiten genutzt, um ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. Der Wettbewerbsfähigkeit
unserer Unternehmen hat die aktuelle Krise deshalb bislang wenig.
Schaden zugefügt. Auch der Standort Deutschland genießt nach wie vor hohes Ansehen in der Welt.
Deshalb ist jetzt auch genau der richtige Zeitpunkt, um sich organisatorisch und strategisch für die Zeit nach der Krise aufzustellen. Dabei gilt es, Ballast abzuwerfen, schlanker zu werden und dadurch auch effizienter und kostengünstiger. Neue Geschäftsfelder können erschlossen, Produktentwicklungen müssen vorangetrieben werden. Und natürlich gilt es, die über Jahre aufgebauten Kundenbeziehungen zu pflegen und weiter auszubauen. Alles, was in den letzten Jahren der Hektik des Tagesgeschäfts viel zu häufig zum Opfer gefallen ist, kann und muss
jetzt entschlossen angepackt werden.
Dazu gehört auch die Weiterqualifizierung der eigenen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter. Sie muss mit ganz oben auf der Agenda der Unternehmen
stehen, aber auch der Beschäftigten selbst. Denn gerade in den mittelständischen Unternehmen sind die hochqualifizierten Fachkräfte unser größtes Kapital. Die von der Bundesregierung verabschiedeten Neuregelungen zur Kurzarbeit bieten
für die Schulung und Weiterbildung inzwischen viele Möglichkeiten.
Trotz der aktuellen Krise wird Deutschland weiterhin ein weltweit führender Wirtschafts- und vor allem Industriestandort bleiben. Deshalb müssen wir jetzt alles dafür tun, um uns für die Zeit nach der Krise fit zu machen. |