Die Zahlungsmoral in Deutschland bessert sich
Rechnungen
nicht liegen lassen
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| Beispiel Schreinerei: Wenn hier Zahlungen zu
lange auf sich warten lassen, kann es finanziell
für den Betrieb schnell eng werden. Foto: Sturm |
Ob Handwerker, Dienstleister oder Großhändler – jeder
Unternehmer kennt das Problem: Offene Rechnungen sind zunächst ein Ärgernis,
können aber im schlimmsten Falle zur Pleite führen. Betroffen
sind vor allem kleine und mittelständische Firmen.
Zahlungsverzug ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Experten schätzen
den volkswirtschaftlichen Gesamtschaden durch säumige Schuldner
in Deutschland auf jährlich über 35 Milliarden Euro.
Doch die derzeit gute Konjunktur schlägt sich bei uns auch in
der Zahlungsmoral nieder. Nachdem im Jahr
2006 hierzulande nur 54,6 Prozent aller Rechnungen innerhalb der vereinbarten
Zahlungsziele beglichen wurden, stieg der Wert im letzten Jahr auf 57,4
Prozent und
im April 2008 auf 60 Prozent. Das meldet die Kreditmanagement-Gesellschaft
Intrum Justitia.
Öffentliche Auftraggeber überweisen den Rechnungsbetrag bis zu vier
Wochen nach dem vereinbarten spätesten Zahlungstermin.
Tübingen ist top
beim Internet-Handel
Untersucht wurde jetzt auch die Zahlungsmoral bei Internet-Käufen.
Am besten schneiden dabei die baden-württembergischen Städte
Tübingen, Esslingen und Villingen-Schwenningen ab, erklärte
das auf Internet-Handel spezialisierte Osnabrücker Inkasso-Unternehmen
Mediafinanz.
Am Ende des Städte-Rankings stehen – gemessen an der Zahl
der offenen Forderungen – Schwerin, Gera und Bremerhaven. Nach
der Höhe der Rechnungsbeträge sind mit Siegen, Oberhausen und
Mülheim/ Ruhr drei Städte in Nordrhein-Westfalen Schlusslichter.
Mediafinanz-Geschäftsführer Alexander Ey gibt aber zu bedenken: „Internet-Händler
sollten ihr Ausfallrisiko nicht ausschließlich anhand der Lieferadresse
abschätzen.“
Giesbert Wiegel |