Bäumer-Anlagen bringen weltweit Schaumstoff in Form
Der Meister des
scharfen Schnitts
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| Eine Bäumer-Maschine im Detail: Der Hersteller
ist in seiner Nische weltweiter Marktführer. |
Mehr als 100 Tage haben Holger Johannes und Jens Siebel-Späth
in diesem Jahr fern der Heimat geschlafen. Johannes kommt gerade aus
Polen zurück, sein Kollege war drei Monate am Stück in den
USA.
Die beiden sind für die
Albrecht Bäumer Spezialmaschinenfabrik, Freudenberg, als Monteure
unterwegs. Der Job belastet Partnerschaft und Familie, hat aber auch
sein Gutes: „Man sieht etwas von
der Welt“, sagt Johannes. Und, klar „Geld bringt es auch.
Die Auslandszulagen sind lukrativ.“
Wachsender Markt
Osteuropa
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| Die beiden Chefs: Helmut Kritzler und Matthias
Schuster (rechts) vor einer verpackten Maschine für einen Kunden
in Großbritannien. Fotos: Wirtz (2), Werk |
Die beiden werden auch in Zukunft im Ausland viel auf Achse sein. Denn
deren Arbeitgeber Bäumer lebt gut vom Export. In der Produktionshalle
kleben Schilder an den unfertigen Teilen. Eine Schneidmaschine geht demnächst
nach Rumänien, eine andere in die Ukraine. „Mit den Schildern
wollen wir unseren Mitarbeitern zeigen, für wen sie eigentlich arbeiten“,
sagt Vertriebsleiter Harald Kullmann.
In diesem Jahr verkauft die Firma einen Großteil seiner Anlagen
nach Osteuropa. Dort boomt die Wirtschaft: 5,4 Prozent Wachstum in diesem
Jahr, ein Plus von knapp 5 Prozent 2009, sagt das Wiener Institut für
Wirtschaftsvergleiche voraus. Die Bevölkerung im Osten spürt
es im Portemonnaie und bekommt Lust auf bequeme Matratzen und neue Sofas. Und auch viele Polsterwaren, die wir hier in Deutschland kaufen, sind
in Osteuropa gemacht. Zurzeit rüstet Bäumer zwei Fabriken in
Polen und eine in Rumänien aus – mit
modernsten Maschinen. In Polen beispielsweise schnellen die Lohnkosten
nach oben. Deshalb brauchen die Betriebe Technik, die Handgriffe spart.
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| Der Mann mit dem Koffer: Holger Johannes war
zuletzt in Polen auf Montage – „ein interessanter und
lukrativer Job“. |
Die starke Position im Osten half, die Absatzrückgänge in
den USA aufzufangen. Sie waren bis 2007 der wichtigste Markt. Doch der
schwache
Dollar und das teure Öl machten den deutschen Produzenten zu schaffen.
Dazu kam die US-Immobilienkrise.
„Wenn die Leute ihre Häuser
verlieren, brauchen sie auch keine neuen Möbel!“, sagt Geschäftsführer
Matthias Schuster. Und noch etwas erschwert
das Geschäft: Die Industrie-Kunden gucken mehr denn je auf den Preis.
Deshalb bringt
die Firma jetzt eine Maschinenreihe mit weniger „Schnickschnack“ auf
den Markt. Diese sind technisch abgespeckt, aber so robust wie die anderen.
Damit will sich das Unternehmen der heranwachsenden Konkurrenz aus China,
Italien und den USA stellen.
Großauftrag
aus den USA
Die Staaten sorgen inzwischen wieder für gute Laune
in Freudenberg. Die Firma
baut für den amerikanischen 3M-Konzern eine Großanlage, die
Millionen und Milliarden Haushaltsschwämme produzieren wird.
Die Monteure Holger Johannes und Jens Siebel-Späth werden sich
also bald wieder auf den Weg machen ...
Matilda Jordanova-Duda
Info: Albrecht Bäumer GmbH & Co.KG
Die Maschinenfabrik Albrecht Bäumer aus Freudenberg baut Anlagen
sowie Lager- und Transportsysteme zur Verarbeitung von Schaumstoffen. Hauptabnehmer
sind Möbel- und Matratzenhersteller, doch Bäumer-Technik formt
auch Schwämmchen für Tintenstrahldrucker und Futter für
kugelsichere Westen. Das Familienunternehmen hat 335 Mitarbeiter, darunter
41 Azubis. Der Umsatz erreichte 2007 rund 48 Millionen Euro. 85 Prozent
steuert das Auslandsgeschäft bei. |