Die Rüttler der Weber Maschinentechnik
haben es in sich – im wahrsten Sinne des Wortes
Von wegen
raue Gesellen!
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| Im Test: Ulrich Saßmannshausen lässt
einen Rüttler unter Alltagsbedingungen arbeiten. Die Test-Daten
werden am PC ausgewertet. |
Ulrich Saßmannshausen hält einen Chip vor
das Display einer silbrigblauen Maschine, prompt springt sie an – und
los
geht’s! Schon brummt der Rüttler über ein Sandbett, bewegt
sich langsam nach vorn, während Saßmannshausen, Mitarbeiter
der Weber Maschinentechnik GmbH, geduldig hinterher trottet – in
einer Halle, geschützt vor Wind und Wetter.
So testet das Unternehmen in Rückershausen, einem Ortsteil von Bad
Laasphe im Sauerland, ihre neuen handgeführten Rüttler unter
rauen Alltagsbedingungen. Mal laufen sie über Kies, mal über
Schotter – oder sie stampfen eben
den Sand unter den Füßen
eines Testers zusammen, der in die Rolle eines Bauarbeiters geschlüpft
ist.
Die Versuche sollen Daten über das Laufverhalten der Rüttelmaschinen
liefern, welche die Ingenieure und Techniker dann in ihre Computerprogramme
eingeben. Das Unternehmen nutzt für die Entwicklung und Konstruktion
der Rüttler CAD-Computer.
Schonung für
den Rücken
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| Produktion bei Weber Maschinentechnik: Dominik Künkel
befestigt Manschetten über den Faltenbälgen, bevor die Stampfer
lackiert werden. So werden unerwünschte Lackspritzer vermieden. |
„Je mehr wir an dieser Stelle wissen, umso besser können wir
das Laufverhalten simulieren“, sagt Firmen-Chef Wolfgang Weber. Das
würde die
Entwicklungszeit weiter verkürzen. Noch vor ein paar Jahren dauerten
die Belastungstests für Prototypen in der Prüfhalle
bis zu 1.000 Stunden, inzwischen reichen oft schon ein
paar Hundert.
Das ist ein wichtiger Vorteil im Wettbewerb. „Wer schneller ist,
hat die Nase vorn“, weiß Weber. Er spornt seine Tüftler
zu ständig neuen Höchstleistungen an.
Mit Erfolg: So baut das Unternehmen auch Bodenverdichter, die mit einem
Computer ausgestattet sind. Ein Sensor liefert Daten an ein Display,
dann leuchten Lämpchen auf – und der Bauarbeiter erkennt, ob der
Untergrund auch gleichmäßig verdichtet ist. Das spart Zeit und
Geld. Denn ohne die Technik müsste man die Maschine noch zigmal hin
und her tuckern lassen.
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| Im Einsatz: Ein Weber-Stampfer auf der Baustelle. |
„Wir bieten den Baufirmen damit einen dicken Wettbewerbsvorteil“,
unterstreicht der Geschäftsführer. Einfache Rüttler haben
so etwas zumeist nicht, gehen lauter zur Sache – und so mancher
malträtiert
ganz schön Hände und Rücken.
Gemischtwarenladen
ausgemistet
Inzwischen hat der Hersteller seine Hightech-Maschinen mit einer Bord-Elektronik
versehen, die wie beim Auto funktioniert. „Und da sind wir derzeit
noch die einzigen“, sagt Weber. Vorsprung durch Technik.
Noch vor zehn Jahren bereitete die Maschinenfabrik weniger Freude. Als
Wolfgang Weber
das Ruder übernahm, war sie eine Art Gemischtwarenladen. „Wir
hatten uns verzettelt, das konnte nicht gut gehen.“ Der Betrieb fertigte
damals auch noch Walzen, Fugenschneidmaschinen, Straßenfräsen,
Steinsägen und sogenannte Betonabziehmaschinen. Der Absatz von Rüttlern,
mit denen die Firma groß geworden war, steuerte nur noch die
Hälfte zum Umsatz bei. Und viele waren auch noch veraltet. Folge:
Das Unternehmen geriet in Schieflage, rote Zahlen drohten.
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| Wolfgang Weber: „Wir bieten den Baufirmen
einen dicken Wettbewerbsvorteil.“ |
Da konzentrierte sich Weber wieder auf die traditionelle Stärke:
Rüttler.
Was sich auszahlte. 2007 setzte das Unternehmen 40 Millionen Euro um „und
wir machten einen ordentlichen Gewinn“, so Weber. Es war das
beste Ergebnis in der Firmengeschichte.
Wilfried Hennes
Info: Weber Maschinentechnik GmbH
Das Unternehmen produziert vor allem Rüttler und
Stampfer. 70 Prozent der Produkte gehen in den Export. Derzeit beschäftigt die Firma 270 Mitarbeiter, davon 200 in Bad Laasphe.
Weber Maschinentechnik betreibt auch eine kleine Fabrik in Brasilien mit
40 Beschäftigten, dazu kommen Niederlassungen und Vertriebsbüros
in Frankreich, Polen, den Niederlanden sowie in den Vereinigten Staaten. |