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Wie die Konjunkturhilfe des Bundes in den Kommunen ankommtEin Paket macht Schule
Die Schlagbohrer fressen sich mit einem Höllenlärm in die Wände. „Gerade werden die Toiletten saniert“, erklärt Claus Gigl und schließt die Tür seines Büros. Das dämpft ein wenig den Krach aus dem Flur. Ermöglicht hat die fast 3,7 Millionen Euro teuren Bauarbeiten das Konjunkturpaket II (siehe Info-Kasten). Mehr als 2,9 Millionen Euro überweist der Bund für das Burkhart-Gymnasium. Den Rest zahlt der Landkreis. Das Projekt ist eines von rund 20.000 Vorhaben, die das Konjunkturpaket bisher angeschoben hat. In Berlin etwa werden gleich sieben Schwimmhallen saniert, in Herford (Nordrhein-Westfalen) das Rathaus und eine Feuerwache. Das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim (Baden-Württemberg) baut Die Investitionen sollen nicht nur der Wirtschaft neuen Schwung geben. Gleichzeitig wird auch etwas für den Klimaschutz getan. Wie am Burkhart-Gymnasium in Mallersdorf-Pfaffenberg: Dort wird die bisher mit Strom betriebene Heizung ausgetauscht. Künftig sorgt Wärme aus einem Hackschnitzel-Heizwerk dafür, dass die knapp 950 Schüler und ihre Lehrer im Winter nicht frieren. Erwarteter Effekt: 560 Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoß im Jahr – auf dann nur noch ein Achtel des bisherigen Wertes. Rettung in letzter Minute Um das zu schaffen, bekommt das Gymnasium auch neue Fensterscheiben. Die Arbeiten dauern das ganze Schuljahr bis zum nächsten Sommer. Lärm und Dreck inklusive. Doch für Schulleiter Gigl überwiegt die Vorfreude auf „eine fast neue Schule“. Und er hofft: „Ein freundlicheres Umfeld könnte die Motivation der Schüler steigern.“ Um ein freundlicheres Umfeld geht es auch in Halle an der Saale: Dort wird eine 800 Meter lange Teilstrecke der Berliner Straße mit einem sogenannten Flüsterbelag überzogen. 750 Anwohner können dann ruhiger schlafen. Der stark befahrene und zum Teil gepflasterte Weg ins Zentrum stammt noch aus DDR-Zeiten. 1,6 Millionen Euro kostet die „Verkehrsberuhigung“. Drei Viertel davon zahlt der Bund. Den Rest teilen sich das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt, wie Bernd Heinrich vom Presseamt Halle berichtet. Die Bagger werden aber erst im Juni 2010 anrücken. „Wir haben viele Baustellen in Halle“, sagt Heinrich. Da müsse alles gut geplant und koordiniert werden. Dem „Schiffsparkplatz“ brachte die Hilfe aus Berlin Rettung in letzter Minute. „Die von Stahlwänden eingefasste Mole drohte vollständig abzusacken“, berichtet Helmut Groskreutz vom Kieler „Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume“. Wenn das passiert wäre, hätte der kleine Hafen geschlossen werden müssen. Joachim Herr Info: 10 Milliarden Euro für die ZukunftDie alte Koalition von Union und SPD hat das Konjunkturpaket II im Januar 2009 beschlossen. Ein Teil davon sind „Zukunftsinvestitionen der öffentlichen Hand“: 10 Milliarden Euro macht der Bund für Kommunen und Länder locker. Auf der Projektliste ganz oben steht die Sanierung von Schulen und Universitäten. Kindergärten und Krankenhäuser sind ebenfalls ein Schwerpunkt. Infos über die Vorhaben – sortiert nach Bundesländern – unter: www.konjunkturpaket.de |