IW-Studie schlägt Alarm: Lücke bei MINT-Fachkräften so groß wie nie: Blickpunkt Wirtschaft

Industriemechaniker & Co. dringend gesucht!

IW-Studie schlägt Alarm: Lücke bei MINT-Fachkräften so groß wie nie

Köln. Industriemechaniker verzweifelt gesucht! So könnten Stellenanzeigen tatsächlich lauten – Personalmangel schmerzt viele Betriebe. Während das Problem in Westdeutschland durch Zuwanderung abgemildert wird, ist es im Osten besonders groß.

Bundesweit fehlten im Herbst 212.000 Fachkräfte in MINT-Berufen (das Kürzel steht für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). So viele waren es seit Beginn der Berechnungen 2011 noch nie. Und: Innerhalb nur eines Jahres wurde die Lücke um 9 Prozent größer. Das belegt der neue MINT-Report aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Zuwanderer können helfen, das Problem zu lösen

Der Bericht zeigt: Zuwanderer – auch Flüchtlinge – können helfen. In MINT-Facharbeiterberufen ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Zuwanderer von Ende 2012 bis Anfang 2016 um 16 Prozent gestiegen. Den stärksten prozentualen Zuwachs gab es bei Rumänen und Bulgaren.

Ohne die Zuwanderer wäre die MINT-Fachkräftelücke aktuell rund 80.000 Köpfe größer. Und laut der Studie könnten schon bis zum Jahr 2020 zwischen 24.000 und 40.000 Flüchtlinge zusätzlich in den wichtigen Berufen arbeiten.

Besondere Brisanz hat das Thema im Osten: Dort sind nur 2 Prozent aller MINT-ler Ausländer – im Westen sind es 9 Prozent. Dabei sind Betriebe im Osten stärker auf zusätzliche Kräfte angewiesen, weil der Anteil Älterer dort besonders hoch ist.

IW-Forscher Professor Axel Plünnecke warnt: „Wenn es den östlichen Bundesländern nicht gelingt, eine nachhaltige Willkommenskultur zu entwickeln und mehr Zuwanderer für MINT-Berufe zu gewinnen – dann werden sich die demografischen Probleme dort nicht bewältigen lassen.“ Mit gravierenden Folgen für die Betriebe.


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