Online-Paare sind glücklicher: Blickpunkt Wirtschaft

Partnerbörsen

Online-Paare sind glücklicher

Bücher kommen längst vom Online-Händler, der nächste Urlaub ist schnell per Internet gebucht. Selbst frische Blumensträuße oder saftige Sonntagsbraten lassen sich übers Netz bestellen. Warum nicht auch dort den Liebsten finden?

Mehr als acht Millionen Menschen in Deutschland flirten und verabreden sich jeden Monat online, so der Internet-Dienst Singleboersen-Vergleich, knapp fünf Millionen mehr als vor zehn Jahren. „Keiner wird heute noch im Bekanntenkreis komisch angeschaut, wenn er sagt, er habe jemanden im Internet kennengelernt“, stellt Professor Manfred Hassebrauck fest.

Der Sozialpsychologe an der Bergischen Universität Wuppertal hat Verliebte aus dem Netz für eine Studie befragt. „Paare, die sich über ihr eingestelltes Online-Profil fanden, waren glücklicher als jene, die in der realen Welt zusammenkamen“, sagt der Wissenschaftler, der dies mit Zahlen belegt.

75 von 100 Paaren, die online zueinanderfanden, hielten sich auch nach zwei Jahren noch die Treue. Dagegen war bei 60 Prozent der analog Verbandelten schon nach einem halben Jahr Schluss.

Die Erklärung des Beziehungsforschers: Offenbar blendet in der realen Welt die rosarote Brille des Verliebtseins Macken und Ecken eines potenziellen Partners aus, die später zur Trennung führen können.

Per Suchprofil finden Partner zusammen

Der Computer dagegen kennt kein Herzflattern und keine Schmetterlinge im Bauch. Er trifft seine Vorauswahl aus einer so großen Zahl von Menschen, der man selbst bei Hunderten Theater-, Kino- oder Kneipenbesuchen niemals begegnen könnte.

Mit dieser Technik und durch das Suchprofil auf der Website steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Richtigen schließlich zueinanderfinden. „Gleich und gleich gesellt sich eben gern“, erklärt Hassebrauck das Erfolgsprinzip der Partnerbörsen. Zumal die Kandidaten ja schon vor dem ersten Rendezvous gründlich durchgecheckt wurden.

Liebe per Mausklick kann nicht nur glücklich machen, sie ist auch ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Allein im deutschsprachigen Raum gibt es 2.500 Singlebörsen, Online-Partnervermittlungen und Dating-Plattformen.

Die Betreiber der elektronischen Kuppelmaschinen erzielten 2013 einen Jahresumsatz von fast 186 Millionen Euro. Zehn Jahre zuvor waren es noch gerade mal 22 Millionen. Auch in Chatrooms, Foren oder bei Facebook werden kräftig Amors Pfeile verschossen.

Um Kunden muss sich die Branche nicht sorgen. Schließlich gibt es hierzulande 13 Millionen Singles, die meisten auf der Suche nach dem Traumpartner.

Hamburger sind die emsigsten Online-Dater

Dafür braucht man keinen Computer mehr. Denn alle Online-Anbieter haben mittlerweile auch Apps fürs Tablet oder das Smartphone. Schon die Hälfte aller Anmeldungen auf Datingportalen findet über mobile Endgeräte statt.

Online also die große Liebe zu finden, ist für viele schon ganz normal. Auch das ist durch eine Studie bewiesen. Demnach kommt heute schon jede zehnte Beziehung so zustande.

Übrigens: Deutschlands emsigste Dater in Sachen Liebe sitzen in Hamburg. Dort kommen 176 Online-Dater auf 1.000 Einwohner.


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Blickpunkt Wirtschaft April-Ausgabe 2017