Regionale Lebensmittel: Vorsicht Etiketten-Schwindel!: Blickpunkt Wirtschaft

Herkunftsangaben bei Gemüse und Obst

Regionale Lebensmittel: Vorsicht Etiketten-Schwindel!

Frisch vom Markt: Hier werden am ehesten Lebensmittel aus der Umgebung angeboten. Foto: Funke

München. Knackiges Gemüse, frisches Obst, saftiges Fleisch – am besten direkt aus der Nachbarschaft. „Regional erzeugte Lebensmittel sind einer der Megatrends“, sagt Alexander Spickenreuther, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern in München. Im Freistaat wurden 2014 bereits 5 Milliarden Euro für heimische Lebensmittel ausgegeben.

Der Regio-Trend schlägt mittlerweile sogar die Biowelle – und das nicht nur in Bayern: Bundesweit kaufen über 80 Prozent der Konsumenten mehrmals im Monat regionale Lebensmittel, über 60 Prozent sogar wöchentlich, fand eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney heraus.

Trickreich: Eine Region kann fünf Bundesländer umfassen

Prangt auf einer Packung ein regionaler Bezug, „ist das oft schlichtweg Verbrauchertäuschung“, sagt Brigitte Hilcher vom Bundesverband der Regionalbewegung im westfälischen Borgentreich. Der koordiniert lokale Vermarktungsinitiativen, von Landwirten zum Beispiel. Es sei noch nicht einmal definiert, was überhaupt eine Region ist.

Beim 2014 eingeführten Regionalfenster – als hellblauer Button auf 2.100 Lebensmitteln zu finden – kann die Region bis zu fünf Bundesländer umfassen. Besser schneiden die Siegel der Bundesländer ab, wie etwa „Geprüfte Qualität – Bayern“. Hier sollten alle Inhaltsstoffe zu 100 Prozent aus dem Bundesland kommen. Stammen Lebensmittel aus Teilregionen oder Landkreisen, übernehmen oft regionale Vermarktungsinitiativen den Verkauf – mit eigenen Labels. Allein hier gibt es 50 Logos.

Mehr Durchblick soll die vom Bundesverband der Regionalbewegung zunächst für Mittelfranken in Bayern entwickelte kostenlose RegioAPP bringen. Hilcher: „Weitere Regionen und Bundesländer folgen.“


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Blickpunkt Wirtschaft April-Ausgabe 2017