Warum der Ölpreis fällt: Blickpunkt Wirtschaft

Trotz Krieg und Krisen

Warum der Ölpreis fällt


Hamburg. Kein Tropfen Öl wird mehr aus dem Norden des Irak exportiert, seit dort die Terrortruppe Isis wütet. Das Bürgerkriegsland Syrien fällt sogar komplett aus als Lieferant. Und dennoch wird Libyen, das eilig seine Förderung angeworfen hat, Öl nur verbilligt los.

Trotz Krisen, vom Nahen Osten bis zur Ukraine, fällt der Ölpreis. „Weil zufällig einige Entwicklungen zusammenkommen“, so der Ökonom Steffen Bukold, „gibt es keine Knappheit.“

Erstens schwächelt die Nachfrage. „In China wächst die Wirtschaft langsamer als früher – von dort gibt es weniger Nachfragedruck als bisher“, sagt der Chef des Hamburger Beratungsbüros EnergyComment. „Und in der EU liegt der Verbrauch um 1 Prozent niedriger als vor einem Jahr.“

Zweitens steigert der weltweit wichtigste Player im Markt die Förderung. „In den USA wirkt sich die Gewinnung von Schieferöl durch das Fracking aus“, so Bukold. „Mussten die Amerikaner früher zwei Drittel ihres Ölbedarfs importieren, so wird es 2015 wohl nur ein Drittel sein.“

Dass die Welt im Öl schwimmt, liegt auch an gestiegener Förderung in Saudi-Arabien. Allerdings werde der führende Staat des Öl-Förderkartells Opec auch dafür sorgen, dass der Preis nicht unter 100 Dollar sinkt: „Dann wird die Produktion gedrosselt.“

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Blickpunkt Wirtschaft April-Ausgabe 2017